Letzte Woche begann für mich das erste Modul des postgraduate Lehrganges „Musikmanagement“ an der Donau-Universität Krems. In nicht allzu weiter Ferne liegt demnach ein zusätzlicher „Master of Arts“ (MA) als Titel und Beweis meines mir in dieser Zeit erfolgreich angeeigneten Wissens rund um das Thema Musik und Wirtschaft.
Soweit die grobe Ausgangssituation. Praktisch läuft es nicht ganz so versteift und wissenschaftlich an, wie es auf den ersten Blick scheint. Neben den rein aus der Praxis kommenden Vortragenden, bildet auch die Zusammensetzung der Gruppe einen großen Vorteil. Mit einer derartigen Ansammlung von Menschen unterschiedlichster Ausbildung und Betätigungsfelder hatte ich zuletzt während meines Militärdienstes im Österreichischen Bundesheer zu tun. Damals verband uns das gemeinsame Vorhaben, 8 Monate unseres Lebens möglichst unbeeinflusst in einer ungewohnten Umgebung zu verbringen.
Heute verbindet uns ein Wort: Musik. Wobei die Ansätze vielfältiger nicht sein könnten: Vom Schlagzeuglehrer der Musikschule über einen klassischen Orchestermusiker, den Mitarbeiter eines Blasmusik-Notenverlages, den Geschäftsführer einer Werbeagentur, den stellvertretenden Musikchef eines Radiosenders, den Manager eines Indie-Labels, den A&R eines Major-Labels bis hin zur klavierspielenden Juristin und den Posaunisten der Gardemusik des österreichischen Bundesheeres (um den Kreis zum obig erwähnten Beispiel zu schließen).
Vielfältige Ansätze, die es heißt, unter einen Hut zu bringen. Wobei der schöne Grundsatz des Crowdsourcings „Mehr wissen mehr“ teilweise auch hier zu gelten scheint. Durch die unterschiedlichsten Ansätze und Perspektiven, sowie das unterschiedliche Fachwissen des Einzelnen, fasst die 14-köpfige Gruppe eigentlich das gesamte Wissen zusammen, dass ein Musikmanager braucht. Darum gilt es jetzt, durch kompetente Vortragende, die Wissens-Mankos der Einzelnen auszugleichen und auf ein Level zu bringen. Hier zählt natürlich auch der exzessive Austausch zwischen den Gruppenmitgliedern, um zum Erfolg zu gelangen. Der Grad der Wissensaufnahme ist aufgrund der verschieden gewichteten Interessen natürlich unterschiedlich, dennoch führt eine heterogene Gruppe, die durch ein gemeinsames Thema verbunden ist, durch den regen Austausch zu einer entsprechend großen Anhäufung von Wissen.
Soweit zur organisatorischen Seite des Ganzen. Großartig war während dieser einen Woche, wie derart unterschiedliche Personen, wie wir es nun einmal sind, zu einem Ganzen zusammenwachsen. Und genau dieses Prinzip ist für mich eines der Wichtigsten in der gesamten Musikbranche: aus unterschiedlichen Motivationen und mit unterschiedlichem Fachwissen heraus gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um etwas großes Ganzes zu schaffen – Erfolg.
Durch meine Erfahrung im Musikbusiness nehme ich mir die Freiheit, besonders in Bereichen die zu meiner täglichen Arbeit gehören, die Qualität des Unterrichtes zu beurteilen. So zum Beispiel die Aufbereitung von internationalen Marktdaten in der Vorlesung „Global Music Markets“. Ein trockenes Thema, so scheint es auf den ersten Blick. Wenn man jedoch die Marktmechanismen erklärt, die auf die einzelnen Regionen wirken und ihre Besonderheiten ausmachen und von einer sturen Zahlenvorbeterei ablässt, ein durchaus interessantes und vor allem ein wichtiges Thema. Und genau das macht die Stärke im Unterricht aus. Nicht das Herumreiten auf einzelnen Details, wie es in einem Vollzeit-Studium durchaus gerechtfertigt ist, sondern der Blick auf das große Ganze. Die Verknüpfung von Grundlagen einzelner Themenbereiche (Musikgeschichte, Musiktheorie, Betriebswirtschaft, etc.) mit dem ganz spezifischen Fachwissen der einzelnen Teilnehmer. Dadurch entsteht ein Wissenspool, der der gesamten Branche zu Gute kommt.
Die Musikindustrie braucht nicht nur A&R Manager oder Marketing-Experten. Die Branche lebt, so wie die Musik selbst, von der Vielfalt und dem dadurch entstehenden, permanenten kreativen Input. Um eine derart organische und dynamische Umwelt zu stärken bedarf es Spezialisten in den unterschiedlichsten Bereichen, die eine gemeinsame Leidenschaft verbindet: die Musik.

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